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Nachhaltigkeit im Skiliftkarussell Hinter den Kulissen

Winterberg hat sich in den letzten Jahrzehnten zum Hotspot für Wintersportfans von nah und fern entwickelt. Das ist unübersehbar. Kaum sind die Temperaturen niedrig genug um Schnee zu machen, boomt der Tourismus. Abends sieht man an den Hängen die Schneeerzeuger schnurren, tagsüber geht auf den Pisten die Post ab.

Auf den ersten Blick wirkt es vielleicht, als hätte der Wintersport nicht sehr viel mit Nachhaltigkeit zu tun – auf den zweiten Blick schon! Skifahren ist schließlich nicht nur ein Natursport, sondern auch ein besonderes Naturerlebnis. Deshalb setzen wir im Skiliftkarussell verschiedene Mittel ein, um schonend mit unseren Ressourcen umzugehen und die besondere Kulturlandschaft um Winterberg zu schützen. Ob Sommer oder Winter, der Umweltschutz spielt im Skiliftkarussell Winterberg eine zentrale Rolle – findet aber oftmals hinter den Kulissen statt.

Artenreiche Bergwiesen im Sommer

Wo im Winter auf den Pisten der Schnee liegt, blüht im Sommer eine ganz besondere Blütenpracht. Auf den Hängen des Skiliftkarussells fühlt sich eine große Anzahl von Pflanzen besonders wohl, die auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzen NRWs stehen, wie beispielsweise Waldhyazinthen und Waldorchideenarten – und die gilt es zu schützen.

Um diese besondere Vielfalt zu erhalten, werden die Skipisten von den Liftbetreibern extensiv – also besonders schonend – bewirtschaftet. Das bedeutet, dass unter anderem erst spät im Sommer das erste Mal gemäht werden darf, auch um Bodenbrüter nicht zu gefährden.

Zusätzlich zum Schutz der Bergwiesen wurden Dächer im Skiliftkarussell begrünt, um den Flächenverlust auszugleichen und die Dachfläche nachhaltig sinnvoll zu nutzen.

Wintersport und Nachhaltigkeit?

Wusstest du, dass unsere Schneeerzeuger mit regenerativer Energie betrieben werden? Und dass sie zwar Wasser verbrauchen, dieses aber am Ende des Winters durch die Schneeschmelze in den natürlichen Wasserkreislauf zurückgelangt? Wintersport und Nachhaltigkeit müssen sich nicht widersprechen. Kurz Anfahrtswege, beispielsweise aus der Region oder den Ballungszentren an Rhein, Main und Ruhr, machen den Besuch des Skiliftkarussells zu einem weit nachhaltigeren Urlaub als eine Flugreise oder der Skiurlaub in den Alpen. Hinter den Kulissen geschieht eine Menge, um das Wintervergnügen im Skiliftkarussell so nachhaltig wie möglich zu machen.

Ein paar Facts gefällig?

  1. Ein Hin- und Rückflug von 200 Personen in die Karibik verbraucht so viel Energie wie die Grundbeschneiung von 65 km Piste.
  2. Ein Bundesliga-Spieltag mit 390.000 Fans verbraucht 12 Gigawattstunden, 65 km beschneite Pisten für 600.000 Gäste verbrauchen pro Saison 3 Gigawattstunden.
  3. Die 6 Speicherteiche des Skiliftkarussells umfassen insgesamt 190.000 Kubikmeter Wasser, das zum größten Teil aus Bachläufen stammt. Nur eine geringe Menge an Trinkwasser wird verbraucht.
  4. Um die Schneekanonen mit nachhaltiger Energie zu versorgen, wurde an der Remmeswiese eine Photovoltaikanlage errichtet.
  5. Bei der Beschneiung geht kein Wasser verloren, da es nach der Schneeschmelze zurück in den natürlichen Kreislauf gelangt. Zum Vergleich: Bei der Herstellung eines Glases Wein werden 120 Liter Wasser verbraucht, die nicht zurück in den Kreislauf gelangen.
  6. Die neuen Pistenwalzen des Skiliftkarussells erkennen zentimetergenaue wie viel Schnee sich unter und vor der Walze befindet. So wissen wir genau, wie viel Schnee produziert werden muss. Das macht die Beschneiung gezielter und effizienter.
  7. Beim Flutlichtfahren hilft energiesparende und langlebige LED-Technik Energie zu sparen.
  8. Die meist kurzen Anfahrtswege der Touristen sorgen für eine bessere Energiebilanz als beispielsweise Flüge nach Mallorca. 
  9. Um in Zukunft stärker auf regenerative Energie zu setzen, werden im Skiliftkarussell Dachflächen mit Photovoltaikanlagen bestückt und Energierückgewinnungsanlagen bei den Liftantrieben installiert.
  10. Ein Skibus, der in die Höhendörfer pendelt und eingesetzte Sonderzüge ins Ruhrgebiet sorgen dafür, dass die Urlauber ihr Auto weniger nutzen müssen.
  1. 56 % der Pflanzenarten im Skigebiet stehen auf der Roten Liste NRWs und sind besonders schützenswert.
  2. Da die Bergwiesen als Skipisten genutzt werden, werden sie von Wald- und Strauchbewuchs freigehalten. So wird die Pflanzen- und Blütenpracht erhalten, die sonst unter Sträuchern und Fichten verschwinden würde.
  3. Die extensive Bewirtschaftung der Skipisten sorgt für einen besonders großen Artenreichtum an teilweise bedrohten Pflanzen.
  4. Bei der extensiven Bewirtschaftung erfolgt der erste Schnitt spät und es wird kein Dünger verwendet.
  5. 2018 wurde Heide vom Kahlen Asten am Käppchenhang verpflanzt, um dort eine Heidelandschaft anzusiedeln.
  6. Die dichte Kunstschneedecke im Winter bietet den artenreichen Bergwiesen besonderen Schutz.
  7. Teufelskralle und Weichhaariger Pippau ­– das sind nur zwei der seltenen Pflanzen der Bergwiesen um Winterberg.
  1. Die Beschneiung der Hänge sorgt dafür, dass der Wintertourismus planbar und sicher ist. Die Sicherheit, dass Gäste nach Winterberg kommen, kommt vom Hotel bis zum Supermarkt den verschiedensten Branchen zugute.
  2. In den 90ern gab es ca. 50 Skitage pro Saison. Durch die Beschneiung ist sich die Saison mittlerweile auf bis zu 100 Tage verlängert, was allen Branchen zugutekommt, die vom Tourismus profitieren.

Und zu guter Letzt:
Wintersport ist gesund. In einer Wintersaison schaffen wir es, so viele Menschen an der frischen Luft zu bewegen, wie es kaum eine andere Sportart kann. 


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